-
hobby@anton-gabriel.at Umsetzung, Urheberrecht und ©Copyright : Ing. Anton Gabriel - Wien Über mich
Logo
 Hauptseite
 Übersicht
 Chemie
 Tipps
 Erfahrungen
 Meer
 Software
 Bauanleitungen
 Links
 Topseiten
 Awards
 Copyright/Impressum
  Kontakt
 Echo
 Forum - Archiv

Tonis Seite

Chemie - Aquariumchemie
alles über Wasserwerte und deren Messung


Jod und Jodmessung - wohl hauptsächlich für Salzwasseraquarianer

Infos von Horst Weber:

Jod: Erkenntnisse wie das Jod im Einzelnen von den Tieren verarbeitet wird, gibt es noch nicht. Man kennt nur die Auswirkungen.

Also manche Algen brauchen es dringend zum Wachsen. Außerdem scheint es bei der Farbpigmentierung der Korallen eine Rolle zu spielen. Xenia u. Anthelia können ohne Jod nicht existieren. Garnelen brauchen es zum "Häuten". Auch das "Ausbleichen" von Steinkorallen wird mit Jod verhindert. Enorme Größenzunahme wird bei Scheiben- u. Krustenanemonen nach Jodzugabe beobachtet. Außerdem hat es eine bakterizide Wirkung und so manche zerfallende Koralle wurde mit Jod schon gerettet. Allerdings hüte man sich vor einer Überdosierung von Jod, es ist stark giftig bei Überdosierung und außerdem können dann unerwünschte Algen wachsen. Jod fällt nach ca. 14 Tagen aus dem Wasser "aus".

Infos von Anton Gabriel:

In der Literatur wird ein Jodgehalt von etwa 0,06 mg/Liter Salzwasser als geeignet angegeben. (0,05 bis 0,2) Meist wird versucht durch Zugabe von Kaliumjodid den Jodgehalt einzustellen. Das kann man so machen, dass man alle Wochen 5 Tropfen einer 10-prozentigen Kaliumjodidlösung auf 100 Liter Beckeninhalt zugibt.

Nur wieviel hat man wirklich im Wasser oder hat man schon zuviel.  Es gibt einen Jodtest von "Salifert", den habe ich allerdings noch nicht getestet.

So wird es Zeit, dass ein Jodtest vorgestellt wird, - zwar nicht ganz einfach - aber sehr billig und er funktioniert. Der Test reagiert auf Kaliumjodid und hat eine Ansprechempfindlichkeit von etwa 0,08 mg Jod pro Liter - der "ablesbare" Bereich geht bis etwa 1,3 mg Jod pro Liter. Die Untergrenze von 0,08 bis 0,1 mg/Liter ist also gerade die Obergrenze des gewünschten Jodgehaltes im Salzwasserbecken. Man gibt also regelmäßig Kaliumjodid zu und misst anschließend den Jodgehalt, wenn der Gehalt messbar ist (also ab etwa 0,8 mg/Liter) so gibt man die nächste Dosis erst in 2 statt in einer Woche zu.

Es gibt empfindliche Jodmessmöglichkeiten - allerdings mit höchst giftigen Messreagenzien, die man privat erst gar nicht erhält. Die vorgestellte Methode kommt "nur" mit ätzenden Stoffen für die Messung aus; man muß also bei den konzentrierten Reagenzien aufpassen und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen.

Es kommt die "uralte" aber immer gute Jodbestimmung mit Stärkelösung zur Anwendung, allerdings ist die Messdurchführung relativ aufwendig.

Das Prinzip:

Zum (jodhaltigen) Salzwasser kommt Stärkelösung und Chlor (wird erzeugt durch Chlorkalk und Salzsäure). Chlor löst Jod aus dem Kaliumjodid heraus und die Stärke bildet den Indikator durch Blaufärbung (bei geringen Mengen Rosafärbung). Da nach langen und sehr vielen Versuchen mit den Konzentrationen der Reagenzien eine kleinste Empfindlichkeit von etwa 0,8 Milligramm Jod pro Liter herausgekommen ist, wird das Salzwasser auf die 10-fache Konzentration eingedampft

Was braucht man dazu:

1.) Wasserlösliche Reisstärke

2.) Salzsäure techn. konzentriert etwa 30 Prozent (etwa 5-10 DM pro Liter - Achtung ätzend !)

3.) Chlorkalk  mit über 30 Prozent Chlor (etwa 15 DM pro Kilogramm, man braucht nur wenig, meist bekommt man aber nicht weniger - Achtung ätzend !)

4.) Tropfpipetten (2 Stück) wie sie auf vielen Arzneifläschchen zu finden ist (etwa 1 DM pro Stück)

5.) Fläschchen mit Tropfer zur tropfenweisen Verwendung der Salzsäure (etwa 2 DM)

6.) Destilliertes oder vollentsalztes bzw. Osmosewasser.

7.) Einen kleinen Messbecher (durchsichtig) mit Markierung bei 20 Milliliter - was bei 20 ml einer Höhe von etwa 3 Zentimeter entsprechen soll (etwa 2 DM)

8.) Einen kleinen feuerfesten Topf zum Kochen des Salzwassers (etwa 15 Zentimeter Durchmesser - aus der Küche)

Salzsäure und Chlorkalk sind ätzend und sind mit entsprechender Vorsicht zu behandeln.

Zubereitung der erforderlichen Lösungen

1.) Stärkelösung: Man löst einen Teelöffel Reisstärke in etwa 200 Milliliter kaltem dest. Wasser und kocht einmal ordentlich unter kräftigem Rühren auf. Dann lässt man erkalten. Dieser verdünnte "Reisstärkekleister" sollte etwa eine Woche halten. Man probiert die Haltbarkeit einfach aus - es schadet auch nicht - vor jeder Messung neu herzustellen.

2.) Chlorlösung: Man fügt zu 100 Milliliter dest. Wasser eine Messerspitze Chlorkalk (umrühren) und tropft dann aus der Tropfflasche 10 Tropfen Salzsäure zu. Es kommt zu einem charakteristischen Chlorgeruch. Die Lösung hält nur eine Stunde, dann nimmt die Chlorkonzentration zu stark ab. Wichtig ist, dass nicht zuviel Chlorkalk verwendet wird - sonst funktioniert die Messempfindlichkeit nicht - zuwenig Chlorkalk schadet da nicht.

Messdurchführung:

1.) Man entnimmt aus dem Aquarium 200 Milliliter (0,2 Liter) Aquariumwasser und kocht das Wasser auf starker Hitze unter öfterem (am Schluss dauerndem) Schwenken solange, bis nur mehr bodenbedeckt Wasser im Topf ist. Dann kühlt man im Abwaschbecken, welches etwas kaltes Wasser enthält, den Topf samt eingekochtem Wasser von außen ab. Dieser eingekochte Wasserrest sollte dann etwas unter 20 Milliliter sein.

2.) Man gibt in ein durchsichtiges Schälchen dieses Untersuchungswasser  und füllt mit destilliertem Wasser bis 20 Milliliter auf (das Messwasser ist durch das Einkochen etwas milchig).

3.) Dann gibt man einen Teelöffel Stärkelösung (kalt) dazu.

4.) Anschließend tropft man tropfenweise aus der vorher hergestellten Chlorlösung (Chlorkalk-Salzsäure in Wasser) in das Schälchen zu und schwenkt nach jedem Tropfen einige Sekunden um - noch besser - man rührt kräftig mit einem kleinen Kunststofflöffel um (zu Beginn mindestens 20 Sekunden). Wenn eine Rosa- oder Blaufärbung auftritt - so tropft man noch solange zu (immer wieder rühren), bis die Farbe nicht mehr dunkler wird. Tritt auch nach Zutropfen von 20 Tropfen (nach jedem Tropfen umschenken) keinerlei Färbung auf - so ist der Gehalt an Jod unter 0,08 Milligramm pro Liter (Achtung: je weniger Jodgehalt, desto weniger Tropfen Chlor werden gebraucht, zuviel Chlor lässt die Farbe wieder verschwinden, also langsam vorgehen). Ansonsten wird folgendermaßen ausgewertet, wobei bei einer Schichthöhe von mindestens 3 Zentimeter von oben in den Messbecher geschaut wird, welcher auf weißer Unterlage steht (Blatt Papier etc.):

eben noch wahrnehmbare Rosafärbung : 0,08 bis 0,1

leichte Rosafärbung : 0,2 mg/Liter

Rosa- Lilafärbung : 0,5 mg/Liter

Violettfärbung: etwa 1 mg/Liter

Blaufärbung : 1,3 oder mehr mg/Liter

Die Messung ist also eine Art "Grenzwertmessung" - bis es etwas anzeigt (ab 0,8 mg/Liter) ist es auch schon genug....

Viel Erfolg bei der Messung, Toni


 Chemie
Jod
... meine private Homepage gestaltet aus Freude an dem und zur Förderung dieses so faszinierenden Hobbys ! :-)