-
hobby@anton-gabriel.at Umsetzung, Urheberrecht und ©Copyright : Ing. Anton Gabriel - Wien Über mich
Logo
 Hauptseite
 Übersicht
 Chemie
 Tipps
 Erfahrungen
 Meer
 Software
 Bauanleitungen
 Links
 Topseiten
 Awards
 Copyright/Impressum
 Kontakt
 Echo
 Forum - Archiv

Tonis Seite

Tipps und Tricks und vieles Hilfreiche

Dünger für Aquarienpflanzen

Teil 1

Einführung:
Der Bedarf an Nährstoffen für Land- und Wasserpflanzen ist ähnlich aber nicht gleich.
Das Angebot an Nährstoffen für Land- und Wasserpflanzen ist schon recht unähnlich.
In den Verhältnissen wo gedüngt werden soll - also bei den Landpflanzen z.B.: bei Intensivpflanzenbau oder bei Zimmerpflanzen und bei den Wasserpflanzen im Aquarium - sind die Ansprüche schon derart unterschiedlich, einerseits zwischen Land- und Wasserpflanzen, andererseits zwischen Natur und Kunstbiotop, dass Vergleiche und Anwendung von Düngern zwischen diesen unterschiedlichen Situationen sich fast gänzlich ausschließen.

Beispiele:
Im Ackerbau und Gartenbau wird u.a. zuweilen auch Kalk und viel Stickstoff verwendet, was im Aqurium sowieso vorhanden ist und zur Aufhärtung des Wassers (Kalk) und Massenvermehrung von Algen führen würde (Stickstoff).
In Düngern für Zimmerpflanzen sind zuweilen Spurenelemente (wie Kupfer) relativ stark vertreten, was im Aquarium zum Sterben von Bakterien und Wirbellosen führen kann und in entsprechender Konzentration auch Algen, Pflanzen und den Fischen gefährlich wird.
In fast allen Düngern für Landpflanzen sind Phosphate enthalten, was im Aquarium zur Massenvermehrung von Algen führen kann.
In vielen Düngern für Landpflanzen ist Magnesium enthalten, was im Aquarium nur zur Aufhärtung führt.
Aus diesen wenigen Beispielen ist ersichtlich, dass die Verwendung von Düngern für Landpflanzen im Aquarium ungeeignet bis gefährlich sein kann. Obwohl es oft verlockend erscheint, so einen 2-Kilo-Sack mit Gartendünger (um den selben Preis wie ein winziges Fläschchen Aquariumdünger) zu probieren. Auch diverse Spurenelementdünger für Garten- und Zimmerpflanzen sind praktisch durchwegs ungeeignet für das Aquarium - manche der Inhaltsstoffe (z.B.: Kupfer oder Magnesium) machen ihre schädliche Wirkung oft sehr rasch oder auch erst längerfristig bemerkbar (z.B.: Verschlechterung der Filterleistung durch Absterben von Bakteriengruppen etc.).

So haben die Aquariendünger der verschiedenen Firmen durchaus eine wichtige Berechtigung, da sie auf die Erfordernisse im Aquarium recht gut abgestimmt sind und auch bei richtiger (oder besser bei geringerer - siehe Anwendungsbericht von Düngern) Dosierung, schöne Erfolge bringen. Wenn diese Produkte auch meiner Meinung nach (besonders die flüssigen) unverhältnismäßig teuer sind.
Wer sich nicht weiter chemisch mit der Düngerthematik beschäftigen will, ist mit den fertigen Produkten gut bedient und kann durchaus damit düngen.

Wer trotzdem weiterlesen will, findet in der Folge einige Möglichkeiten ganz gezielt auf die Ansprüche und die Zusammenhänge (besonders die chemischen) der Wasserpflanzendüngung einzugehen samt Möglichkeit der Herstellung Ebensolcher. Einiges davon ist Erfahrung und Ergebnis von vielen Testreihen, Anderes wieder Zusammenfassung von Literaturangeben und Manches auch meine Meinung. Da selber kein gelernter Chemiker oder Biologe in mir steckt, sollten die vielen Versuchsreihen und die etlichen gelesenen Bücher die fehlende Ausbildung wenigstens zum geringen Teil aufwiegen; übrigbleibende Ungereimtheiten möge man bitte gnädig vergeben ...


Allgemeines:
Einige Pflanzennährstoffe, die den Bedarf der Wasserpflanzen abdecken sollen ?
 
Nährstoff  Kurzzeichen
Stickstoff N
Kalium K
Phosphor P
Schwefel S
Calcium Ca
Magnesium Mg
Eisen Fe
Mangan Mn
Molybdän Mo
Zink Zn
Kupfer Cu
Bor B
Kohlenstoff C
 
Einige der Stoffe sind praktisch immer bei der Befüllung des Aquariums mit Leitungswasser schon vorhanden. Bei Osmosewasser oder Wasser aus Austauschern sind alle diese Stoffe verarmt oder nicht vorhanden und müssen in jedem Fall durch Beimischen von Leitungswasser und/oder gezielter Düngung im Wasser angeboten werden.
Stickstoff: liegt im Leitungswasser höchstens als Nitrat vor, welches wieder einen gar nicht so guten Wasserpflanzendünger darstellt und außerdem für manchen Algenwuchs verantwortlich gemacht wird. Im Aquarium mit Fischbesatz liegt meist nach einiger Zeit ein Überangebot vor (Nitratanhäufung). Besser wäre Ammonium. In Gartendüngern sind große Mengen Stickstoff enthalten; in manchen Aquariendüngern wird Stickstoff in Form von Ammonium angeboten.

Kalium: ist selten im Leitungswasser ausreichend vorhanden. Nach einiger Zeit der Fütterung der Fische, entsteht auch im Aquarium ein Kaliumanteil, der für die Pflanzen ausreichen kann. Meine Messungen haben ergeben, dass in gut bepflanzen Aquarien eigentlich immer Kaliummangel herrscht (ohne Düngung). In Gartendüngern meist in großen Mengen, in den Aquariendüngern fast durchwegs auch vorhanden.

Phosphor: ist nicht sehr häufig aus der Leitung verfügbar, außerdem hat man im Aquarium meist das Problem des Überangebots durch Fütterung der Fische. In den Gartendüngern in großen Mengen vorhanden, in Aquariendüngern nur in Ausnahmefällen erforderlich (Phosphat soll ja auch für die Vermehrung von Algen zuständig sein).

Schwefel: liegt als Teil der Härte im Aquarium meist als Sulfat genügend vor. Als Schwefelwasserstoff z.B.: im mit Abfallstoffen angereichertem aber zu wenig mit Sauerstoff versorgtem Boden oder Filter bildet Schwefel eines der stärksten Pflanzengifte aus. In Gartendüngern ist Schwefel meist als Sulfat vorhanden.

Calcium: liegt im Aquarium als Bestandteil der Härte genug vor. Das Kalken von Gartenböden ist üblich.

Magnesium: gilt das Selbe. In Gartendüngern oft als Magnesiumoxyd etc. vorhanden.

Eisen und Mangan: sind Spurenelemente, die im Aquarium fast ständig zu wenig sind. In Gartendüngern (Zimmerpflanzendüngern) in sehr unterschiedlicher Zusmmensetzung vorhanden. In Aquariendüngern einer der Hauptbestandteile.

Kupfer und Zink: sind in ganz geringen Mengen für die Pflanzen wichtig, werden bei der Befüllung oder Wasserwechsel aus Leitungen oder Boilern aus Kupfer meist ausreichend eingebracht. In Garten-/Zimmerpflanzendüngern ist oft Kupfer in fürs Aquarium ungeeigneten Mengen vorhanden. Die in manchen Büchern zu lesenden Grenzwerte sind in der Regel schon zehn bis hundert mal so hoch, wie für die Pflanzen eigentlich erforderlich.

Bor und Molybdän: Sind im Leitungswasser praktisch nicht vorhanden und werden von den Wasserpflanzen in geringsten Spuren benötigt, werden im Laufe der Zeit durch Fütterung im Aquarium eingebracht und sind in den Düngern der Industrie wahrscheinlich in Spuren vorhanden.

Der Kohlenstoff in Form von CO2-Düngung ist hier anderorts schon ausführlich beschrieben.

Dann wäre vielleicht noch Chlorid zu erwähnen, was in Spuren benötigt wird, im Aquarium aber immer zu viel vorhanden ist.
 

Teil 2

Wenn wir hier von Düngern für Wasserpflanzen im Aquarium reden, so sind "durchschnittliche" Aquarien gemeint; d.h. Aquarien mit Pflanzen und mäßigem Fischbesatz, keine Pflanzen mit Extremstanforderungen, periodischer Wasserwechsel und funktionierender Filter sowie als Dünger sind Flüssigdünger gemeint. Bei Nur-Pflanzenbecken muss mehr gedüngt werden, bei vielen Fischen muss mehr Wasser gewechselt und weniger gedüngt werden.

Welche Stoffe sollen denn überhaupt gedüngt werden?
Alle Grundnährstoffe der Pflanzen, soweit sie im Aquarium verbraucht werden und nicht durch Fütterung bzw. Ausscheidung der Fische oder auch durch die Filtertechnik bzw. Wasserwechsel sowieso geliefert werden, sollten die Düger anbieten.
Nicht mehr eingegangen wird hier auf Stoffe, die nur im Mykrogrammbereich erforderlich sind und somit bei der Dosierung schon erhebliche Probleme verursachen würden - außerdem nehme ich einmal an, dass derart geringe Mengen im Zuge des Wasserwechsels bzw der Fütterung etc. in gewissem Maß ins Wasser eingebracht werden.

In der Folge beschäftigen wir uns daher weiter mit: Stickstoff, Kalium, Phosphor, Schwefel, Calcium, Magnesium, Eisen und Mangan.

Chelate ?
Auch dieses Schlagwort bereitet meist Kopfzerbrechen, da der Aquarianer meist nur allgemeine Floskeln darüber erfahren kann.
Chelatoren sind also Mittel, die mit andere Stoffen (hier Düngerinhaltsstoffe) derartige Verbindungen eingehen, dass der Düngerinhaltsstoff - wenn er sonst im Wasser gar nicht löslich wäre, jetzt doch gelöst werden kann - und Dünger müssen im Wasser aufgelöst werden könne (Schlagwort: in Ionenform vorliegen), da die Aufnahme durch die Pflanzen nie in Partikelform sondern eben ausschließlich in wassergelöster Form erfolgt. Unabhängig davon können Pflanzen z.B.: auch im Bodengrund ungelöste Stoffe durch komplizierte Mechanismen auch auflösen und so doch verwertbar machen.

In der Natur gibt es viele Chelatoren, die Nährstoffe den Pflanzen in geeigneter Weise zur Verfügung stellen (z.B.: diese "Huminsäuren" - unter denen sich kein Mensch was vorstellen kann ...). Im Aquarium gibt es deren Wenige, auch deswegen da wir hier, bedingt durch den Überbesatz an Fischen, immer wieder versuchen, durch technische Hilfsmittel (Wasserwechsel und Filterung etc.) geeignetere Lebens- und Wasserverhältnisse anzustreben und dabei zuweilen kräftig die Wasserinhaltsstoffe und Chelatoren durcheinanderbringen. Außerdem werden sehr oft aus praktischen Gründen die Wasserverhältnisse der Natur im Aquarium an die Wasserverhältnisse aus der Wasserleitung angepasst.
Da natürliche Chelatoren im Aquarium meist Mangelware sind, werden also künstliche verwendet wie z.B.: Zitronensäure und EDTA (Ethylendiamintetraacetatdinatriumsalz - mit dem "Vokabel" kann man mächtig angeben, wenn man es auswendig kann <gg>). Zitronensäure ist allerdings im Aquarium relativ kurzlebig, weil sie durch Bakterien bald zerlegt wird.

Welche Düngerstoffe sind bereits im Aquariumwasser und wie fügt man sie zu, wenn man sich nicht ganz sicher ist ?
Normalerweise sind praktisch in jedem Aquariumwasser (aus der Wasserleitung) enthalten: Schwefel (als Sulfat), Calcium (als Carbonat oder eher als Bicarbonat oder auch als Sulfat) und Magnesium in verschiedenen Verbindungen. Diese Stoffe bilden miteinender einen guten Teil der sogenannten Wasserhärte, die man ja recht leicht messen kann.
Kann man die einzelnen Stoffe im Detail messen (es kommt in absehbarer Zeit auch die Messmöglichkeit von Calcium und Magnesium hier in den Seiten), so geht man sicher und fügt den fehlenden Bestandteil zu. Ist man sich nicht so sicher, ob alle diese Stoffe im Wasser auch vorhanden sind, so kann man auch bei der Befüllung des Aquariums mit Wasser sicherheitshalber eine Zugabe durchführen:

Dazu nimmt man pro hundert Liter einen Eimer (etwa 10 Liter) Aquariumwasser und gibt dazu: 2 bis 4 Gramm (ein kleiner Teelöffel) Calciumsulfat (ganz normaler Gips ohne Zusatzstoffe) und rührt lange um - ein Großteil des Gips löst sich im Wasser, der Rest setzt sich am Boden des Eimers ab. Dann kommen noch dazu etwa 1 bis 2 Gramm (ein halber kleiner Teelöffel) Magnesiumsulfat - das löst sich rasch im Wasser auf. Wenn sich das Wasser im Kübel geklärt hat, kommt es vorsichtig ins Aquarium (Bodensatz vom Gips nicht hineinschütten). Somit hat man auf jeden Fall genug Calcium, Schwefel (Sulfat) und Magnesium im Wasser. Man kontrolliert sicherheitshalber noch die Härte (die vorher angeführte Mischerei erhöht die Härte etwas). - Wohlgemerkt: die Zugabe erfolgt in Leitungswasser oder bereits in Aquariumwasser, nicht in enthärtetem Wasser ! Gips bekommt man im Baumarkt etc. Magnesiumsulfat in der Drogerie - alles spottbillig.
Und wenn man Sorge hat, dass man das sogenannte "Ionenverhältnis" durcheinanderbringt (das ist das Verhältnis der gelösten Wasserinhaltsstoffe zueinender) - so ist die Sorge unbegründet, praktisch alle Fische und Pflanzen können in einem weiten Spektrum an Wasserinhaltsstoffzusammensetzung (bis oft Unterschiede von hunderten Prozent) gepflegt werden.

Was ist mit den anderen Düngerstoffen ?
Da kommen jetzt einige Besonderheiten zum Tragen, die die Technik der Düngung und die Auswahl der Düngestoffe betrifft.

Nehmen wir einmal Kalium: ist im Leitungswasser oft kaum enthalten, kann man also düngen - insbesondere bei dichtem Pflanzenbestand ist ein Kaliumwert von 5 mg/l in wenigen Tagen aufgebraucht.

Dann Phosphor: ist als Phosphat in geringen Mengen für Pflanzen erforderlich, im Leitungswasser meist nicht vorhanden. Theoretisch könnte man also düngen wie vorher bei Kalium - aber die Zugabe von Phosphat (z.B.: Natriumphosphat) führt zur sofortigen Ausfällung des Phosphates mit z.B.: Eisen und Magnesium und ist nicht mehr verfügbar. Andererseits wird ausreichend Phosphat (oft auch zu viel) recht bald nach Fütterung und Einbringung von Fischen gebildet, sodass man auf Düngung verzichten kann.

Stickstoff: ist im frischgefüllten Becken praktisch überhaupt keiner vorhanden, entsteht erst als Umbauprodukt aus Eiweißstoffen (Futter etc.) durch Bakterientätigkeit. In Frage kommen Ammonium oder Nitrat; wobei Ammonium den weitaus besseren Planzendünger darstellt - im Aquarium meist sehr rasch über Nitrit zu Nitrat umgebaut wird. Der rasche Umbau wäre beim Ammonium zwar nicht notwendig, im Sinne des raschen Umbaus von anderen sogar giftigen Zwischenprodukten zu Ungiftigen ist es aber im Interesse des Gesamtsystems Auarium. Hier kann ich nur nochmal auf die erforderliche gute Sauerstoffversorgung für eine reibungslose Entgiftung im Aquarium hinweisen.
Nitrat wird daher durch Wasserwechsel reduziert, Ammonium durch Fütterung und ev. auch durch Düngung zugeführt. - insbesondere bei der Erstbefüllung. Manche Wasserpflanzen vertragen keine höheren Nitratwerte.

Eisen: ist was ganz Besonderes, da es in verschiedensten Formen mit unterschiedlichsten Eigenschaften vorliegen kann. Es gibt das sogenannte 2-wertige Eisen (FeII) und das dreiwertige Eisen (FeIII) - nicht zu verwechseln mit Eisenoxyd (Rost). Pflanzen verwerten direkt 2-wertiges Eisen, können aber (mit etwas mehr Aufwand) auch 3-wertiges Eisen umwandeln und als Nährstoff aufnehmen.

Eisen ist im Wasser nur unter ganz speziellen Bedingungen lösbar, z.B.: löst sich umsomehr Eisen, je geringer der pH-Wert ist. Es löst sich auch etwas Eisen, wenn das Redoxpotential sehr tief liegt usw.
Umgekehrt fällt Eisen unlöslich aus, bei höherem pH-Wert und Redoxwert und bei Anwesenheit von z.B.: Phosphat. Die oft im Filter angesammelten Eisenmengen sind zum Großteil diese im Wasser ausgefällten und vom Filter angesaugten unlöslichen Eisenverbindungen.

Bei normalen Verhältnissen im Aquarium fällt Eisen immer aus, da alleine der pH-Wert von etwa 2,5 zur Lösung von Fe erforderlich wäre und andererseits nie Sauerstoffwerte unter 1 Milligramm pro Liter vorkommen (ab diesem Wert abwärts wäre Eisen wieder als 2-Wertig verfügbar).
Vom Sauerstoffgehalt ist die Wertigkeit von Eisen an sich daher nicht direkt betroffen (ein Buchautor schreibt irrtümlich, dass abhängig vom höheren Sauerstoffgehalt das Eisen von der 2-wertigen in die 3-wertige Form - im Aquarium - oxidiert werden soll, nur trifft das im Aquarium ja nie und nimmer zu, dazu müsste man alle Fische bei Sauerstoffgehalt bis 1 Milligramm pro Liter ersticken lassen!), - es hat also keinerlei Sinn, deswegen zu versuchen den Sauerstoffgehalt im Aquarium zu reduzieren, die Gefahren sind weitaus größer als jeder damit erreichbare Nutzen.

Die Düngung mit Eisen ist ein besonderes Problem, zu Beginn im Wasser praktisch nicht vorhanden, bedarf es - wenn vorhanden oder gedüngt - zur Erhaltung der Löslichkeit im Wasser - um den Pflanzen gelöst überhaupt verfügbar zu sein - eben solche Chelatoren (wie oben beschrieben). Die Bindung der Chelatoren zu zweiwertigem Eisen ist äußerst gering im Vergleich zur Bindung des 3-wertigen Eisens. Es reichen schon recht geringe Mengen von 3-wertigem Eisen oder anderer Stoffe aus, das 2-wertige aus dieser Bindung zu verdrängen und so fällt das 2-wertige Eisen oft sofort im Aquarium aus und bildet dann bei vielen Pflanzendüngern diese typische schwer entfernbare "Kahmhaut" an der Wassseroberfläche.
Praktisch alles gelöste Eisenverbindet sich sehr leicht mit Phosphaten und auch mit Karbonaten und anderen spurenhaft vertretenen Stoffen, sodass ein Übermaß an Düngung in keiner Weise den Pflanzen zugute kommt sondern im Gegenteil den Eisengehalt und andere spurenhaft vertretenen Stoffe durch Ausfällung reduziert. Also einfach viel Dünger für viel Pflanzenwachstum ist garantiert eine Sackgasse.

Die Pflanzen kommen oft mit erstaunlich wenig Dünger aus; mein Rat ist eher nicht immer nur periodisch düngen (da eher nur ganz wenig) sondern nach Bedarf der Pflanzen, wenn diese es anzeigen (langsamerer Wuchs etc.).

Es sei noch zu CO2 (Kohelendioxyd) erwähnt: wie an anderer Stelle hier in meinen Seiten angegeben, ist es nicht gleichgültig, ob das CO2 von den Pflanzen aus den Karbonaten herausgebrochen werden muss (weil nicht genug freies sowie nicht an Karbonate gebundenes CO2 vorhanden ist) oder direkt das freie sowie ungebundene CO2 verwerten können. Man braucht ja nur ein Becken mit etwa 10 Grad Karbonathärte anschauen, wenn es nicht CO2-gedüngt ist (und somit von den Pflanzen zum guten Teil das CO2 oft aus den Karbonaten genommen werden muss) und wenn man es CO2-düngt - das Pflanzenwachstum ist viel stärker. Die Pflanzen können beides verwerten, wachsen aber viel besser bei zusätzlichem CO2.

Dann noch Chlorid: ist im Dünger an sich nicht erforderlich, aus praktischen Gründen (Salzsusammensetzung der Dünger) kommt es in Düngern öfters vor.

Im nächsten Teil geht es dann intensiv an die Praxis der Herstellung verschiedener Dünger und die praktische Düngung im Aquarium.

Der etwas längere Theorieteil ist vielleicht für das Verständnis bei der Düngeranwendung etwas vorteilhaft

Teil 3 - Praxis

Inhalt:

Allgemein
Rezepte
Eisen
Kalium
Mangan
Düngekugeln für den Bodengrund

Gleich ein markanter Leitsatz von mir: Wer sich bisher noch nicht mit Düngern im Aquarium beschäftigt hat und auch noch kaum Algen hatte - bei der Weiterbeschäftigung mit dem Thema und der praktischen Anwendung von Düngern bekommt man garantiert Einblick in die Vielfalt der Lebensformen von Algen ! Jeder der behauptet bei Anwendung von Düngern im Aquarium nie Algenprobleme bekommen zu haben, ist ein unwahrscheinlicher Glückspilz oder ein Vertreter von Firmen, die diese Dünger vertreiben ;-)

Ganz vereinfacht könnte man sagen: Viel Dünger im neueingerichteten Becken bringt Blaualgen, viel Kalium bringt Grünalgen, viel Eisen bringt diese schwarzen Büschel- und Bartalgen. Obwohl sehr häufig richtig, ist diese Vereinfachung doch nicht ganz zulässig, weil die Einflussfaktoren bei Weitem vielfältiger sind. Aber es ist schon ein guter Ansatz. Das Problem dabei ist: DA sind sie rasch - WEG gehen sie sehr langsam - die Algen.

Deswegen meine Strategie: nur soviel düngen wie unausweichlich notwendig um Mangelerscheinungen an Pflanzen zu beseitigen und sich langsam an die erforderlichen Mengen herantasten (über Wochen).


Allgemeine Praxis der Düngerherstellung:

Kalium:

die Salze von Kalium sind fast allesamt in Wasser leicht löslich und fallen unter aquaristischen Bedingungen nicht aus. Eine konzentriertere Lösung in destilliertem Wasser hält sehr lange. Die Beimischung zu anderen Düngerstoffen ist unproblematisch. Bei der Neueinrichtung kann man etwa 5 mg/Liter Kalium vorsehen, bei der Nachdosierung (jede Woche) je nach Pflanzenanzahl und Wuchs bis 5 mg Kalium dosieren. Hat man guten Pflanzenwuchs und viele Fische, so kann man auf Kaliumdünger auch ganz verzichten, da dann in halbwegs ausreichenden Mengen (über das Futter und Pflanzenreste) Kalium zugeführt wird. Zeigen sich Algen (insbesondere Grünalgen) in größeren Mengen (Massenvermehrung) so ist Kaliumdüngung einzustellen.  Über die genaue Herstellung von Kaliumdünger bitte in den Abhandlungen meines Forums nachlesen (kostenlos Registrierung erforderlich)

Mangan:

Ist in 2-wertiger Form für die Pflanzen in geringen Mengen notwendig, Mangan (II) - Salze in Lösung oxidieren (ähnlich wie Eisen) bei höherem Redoxpotential und bei höherem pH-Wert leicht zu höherwertigem Mangan (für die Pflanzen nicht verwertbar) und verbinden sich außerdem recht leicht mit allen möglichen Stoffen zu oft unlöslichen Verbindungen. Deswegen ist es recht günstig, Mangan in Düngern in saurer und reduzierender Lösung herzustellen und an Chelate zu binden; das ergibt sich automatisch bei der Herstellung von bzw mit Eisendünger - siehe dort. Mangan kann man so in etwa mit 0,02 mg/Liter im Verlauf von 1 bis 2 Wochen dosieren.

Stickstoff:

Braucht man an sich wenn, dann nur bei der Erstbefüllung, sobald man Fische einbringt (und füttert) entsteht genug Ammonium. Bei Nur-Pflanzenbecken ist auch Ammonium Mangelware. Man kann mit Ammoniumsulfat oder Ammoniumchlorid gelöst in destilliertem Wasser (etwa 10-prozentige Lösung) topfenweise dosieren, bis man einen Ammoniumgehalt von etwa 0,2 mg/Liter hat.

Eisen:

Eisen(II)-Salze sind recht unbeständig und oxidieren schon an der Luft bald zu Eisen (III)-Salzen. Am haltbarsten ist da noch Ammoniumeisen(II)sulfat-6Hydrat. Löst man das in destilliertem Wasser, fällt es alsbald als fester Bestandteil aus. Gibt man davon ins Aquarium, fällt es fast augenblicklich als fester Bestandteil aus (Kahmhaut an der Oberfläche etc) und hat praktisch keinen Düngeeffekt. Man muss in saurer Lösung arbeiten um das Salz in Lösung zu halten. Eisen(II)- Salze im Aquarium sind, wie beschrieben, ein Kompromiss - da fast nichts es hindern kann sich in Eisen(III) umzuwandeln bzw auszufallen (unlöslich) - mit Chelatoren (EDTA etc.) kann man das etwas hinauszögern und so auch etwas Eisen(II) den Pflanzen direkt verfügbar halten.
Unumgänglich ist es also auch Eisen in 3-wertiger Form zuzuführen, welches auch besser in Chelatoren in Lösung gehalten werden kann. Praktisch ungeeignet ist das bekannte Eisen(III)-Chlorid (was man auch zum ätzen von Kupferprintplatten verwendet), im Wasser aufgelöst und dem Aquarium zugeführt, geht es sofort unlösliche Bindungen, insbesondere auch mit organischen Stoffen ein (z.B.: auch mit Schwebealgen) - so wird es auch zuweilen von Firmen als "Wasserklärer" (Dupla u.a.) angeboten, die diesen Effekt nützen. Verwenden kann man auch hier, das recht stabile Salz: Ammoniumeisen(III)sulfat-12Hydrat. Die Salze enthalten auch (in ganz geringen Mengen) Ammonium, was zusätzlich einen geringen Düngeeffekt ergibt. Die Dosierung von Eisendünger schlage ich mit maximal 0,1 mg/Liter vor (besser noch weniger) - kommen schwarze Büschel - oder Bartalgen ist die Düngung schon zu viel (in den käuflichen Düngern ist oft eine weitaus höhere Dosierung vorgesehen)


Rezepte:

Dazu stellt man sich (oder kauft fertig) 0,1 n EDTA - Lösung her (siehe Herstellung von EDTA unter Chemie hier im Forum). Eine Überdosierung in den Düngern ist zu vermeiden, da freies EDTA u.a. Calcium bindet und sonst einigen Unfug anstellt.

1 Milliliter 0,1 n EDTA bindet dann 5,585 mg Eisen (Eisen III) oder 5,494 mg Mangan (Mn 2+).


Eisendünger:
Ich nehme dazu Ammoniumeisen2sullfat6hydrat ( (NH4)2Fe(SO4)2*6H2O Molekulargewicht 392,14) was von den Eisen II - Verbindungen noch bald die längste Haltbarkeit hat. Als Eisen III - Verbindung nehme ich Ammoniumeisen3Sulfat12hydrat ( FeH4NO8S2*12 H2O Molekulargewicht 482,19). Die Salze sind im Chemikalienhandel oder auf Bestellung erhältlich, wobei insbesondere das EisenII-Salz recht günstig ist.

Wichtig: da bei dem geringen pH-Wert sowieso fast nur EisenIII durch EDTA einen Komplex eingeht und es durch EisenII öfters zu Aufällungen im Dünger kommt, kann man auch auf EisenII auch verzichten und nimmt nur die doppelte Menge EisenIII-Salz zur Herstellung des Düngers .

Der Prozentmäßige Anteil der Stoffe:

Eisen2-Salz Eisen3-Salz 
H - 5,14 - 5,85 
N - 7,14 - 2,9 
O - 57,12 - 66,36 
S - 16,35 - 13,29 
Fe - 14,24 - 11,58 
   
Die immer vorhandene auch sehr geringe Verunreinigung solcher Salze gibt auch an, dass Spuren von Molybdän, Cadmium usw. enthalten sind (in geringsten Mengen von Pflanzen erwünscht)

Was man noch dazu braucht ist Zitronensäure (ein weißes Salz, was man in jeder Apotheke günstig bekommt und auch in allen künstlichen Limonaden enthalten ist).

Herstellung Eisendünger: in einen Messbecher gibt man etwa 20 Milliliter destilliertes Wasser und löst darin 0,5 Gramm Zitronensäure. Diese saure Lösung verhindert einmal das Ausfallen der Eisenverbindungen schon im Dünger und wirkt gleichzeitig als Chelator für alle etwa zu viel vorhandenen Salze. Dann löst man in der Flüssigkeit 2,1 Gramm des vorher genannten Eisen II - Salzes und dann 2,6 Gramm des vorher genannten Eisen III - Salzes oder gleich wie vorher beschrieben 5,2 Gramm nur des EisenIII-Salzes und umgeht die Gefahr von Aufällungen im Dünger . Sollte es später zu Ausfällungen kommen, dann muss man den Dünger filtern oder den überstehenden klaren Anteil abgießen und verwenden . Nach vollständiger Auflösung (die Flüssigkeit wird goldbraun gefärbt) gießt man knapp 0,1 Liter (100 Milliliter) 0,1 n EDTA-Lösung zu und rührt gut um.

Der fertige Dünger hat dann in der gesamten Lösung etwa je 250 Milligramm Eisen II und Eisen III bzw. bei nur Verwendung von EisenIII eben 500 Milligramm EisenIII sowie 200 Milligramm Stickstoff und etwas Sulfat und einen pH-Wert von etwa 3.

Dosierung: Auf 100 Liter Aquariumwasser kommt 1 Milliliter (20 Tropfen) des Düngers so etwa alle Wochen. Man kann auch nach Erstdosierung nach einer Woche beginnen jeden Tag 3 Tropfen auf 100 Liter zuzugeben. Wohlgemerkt sind die Dosierungsangaben Richtwerte, sobald die Pflanzen keinerlei Mangel mehr zeigen oder Algen auftauchen (schwarze Bart- oder Büschelalgen) sofort viel geringer dosieren. Vorgeschlagene Dosierung bewirkt einen Eisengehalt von etwa 0,08 mg/Liter und einen Ammoniumgehalt von unter 0,04 mg/Liter.

Ergiebigkeit - Kosten etc.: Die etwa 120 Milliliter Dünger kosten etwa 1 Euro  und reichen für ein 100-Literbecken etwa für über 2 Jahre.
Zum Vergleich: z.B.: der bekannte Dennerle V30-Dünger in der Menge von 50 Milliliter kostet etwa 7 Euro ? und reicht für ein 100-Literbecken etwa für 4 Monate, wenn man die anderen Dünger von Dennerle gleichzeitig verwedet. Umgerechnet ist der Eigenbaudünger also etwa 75 mal billiger.... wenn man die noch folgenden Rezepte an Kosten dazurechnet also etwa 50 mal billiger.... allerdings haben die Kaufdünger wohl ein Mehr an Spurenelementen.


Kaliumdünger:
Man kann dazu Kaliumsulfat (K2SO4) oder Kaliumchlorid (KCl) verwenden. Kaliumsulfat ist billig in Drogerie oder Apotheke erhaeltlich, Kaliumchlorid ist noch billiger. Hat man kaum Chlorid im Aquarium, so ist Kaliumchlorid die günstigere Lösung. Man kann das Salz auch für die Aufbewahrung von pH-Elektroden verwenden.

Herstellung des Kaliumdüngers:

Der Anteil an Kalium ist im Kaliumchlorid etwa 52 Prozent, im Kaliumsulfat etwa 45 Prozent - also in etwa gleich. Beide Salze lösen sich sehr leicht im Wasser.

Herstellung :in 100 Milliliter dstilliertem Wasser löst man 5 Gramm Kaliumchlorid oder Kaliumsulfat.

Dosierung: Zur Erstbefüllung gibt man 20 Milliliter des Düngers auf 100 Liter Aquariumwasser und hat dann etwa 5 Milligramm Kalium pro Liter.

Die Kosten sind bei Kaliumchlorid praktisch nicht nachweisbar (<s>) und bei Kaliumsulfat sehr gering. Auch hier gilt - je weniger Dünger, desto besser - also nur so viel düngen, wie die Pflanzen unbedingt brauchen.


Mangandünger:
Ich verwende dazu Mangan(II)Chlorid4Hydrat - MnCl2*4H2O (Molekulargewicht 197,81 g/mol) - wahrscheinlich gehen auch andere Mangan(II)-Salze, dieses Mangansalz ist aber auch für die Sauerstoffmessung verwendbar und so gleich doppelt ausnützbar (Sauerstoffmessung mit diesem Salz ist in den Seiten wegen des rel. hohen Aufwandes nicht beschrieben). Das Salz kostet etwa 10 Euro pro 100 Gramm (Mindestmenge im Chemikalienhandel) oder entsprechend weniger bei Bestellung von Kleinmengen (siehe dort).

Der Anteil an Mangan ist etwa 28 Prozent. Man könnte Mangan auch extra dosieren, da es aber ähnlich "flüchtig" wie Eisen ist, gebe ich es gleich dem fertigen Eisendünger zu.

Herstellung: Man gibt dem fertigen Eisendünger (zu den etwa 120 Milliliter siehe oben bei Eisen) nochmal etwa 15 Milliliter 0,1n-EDTA-Lösung zu und löst darin möglichst genau 0,37 Gramm (etwa zwischen 0,3 und 0,4 Gramm, eventuell mehr abwiegen und auf Papier aufgeschüttet nach "Gefühl" teilen oder in der Apotheke wiegen lassen - oder die kleine Waage hier aus den Seiten basteln) des Mangansalzes auf.

Dosierung: mit dem Eisen Dünger mitdosiert ergibt sich ein Gehalt von knapp unter 0,02 mg/Liter Mangan, was für alle Pflanzen ausreicht. Die Ergiebigkeit ist auf 100 Liter Aquariumwasser etwa 2 Jahre.

So - mit dem Flüssigdünger kann man jetzt (vorsichtig dosiert) loslegen und sollte im Regelfall das Auslangen finden.

Einzig bei Becken mit ausschließlich Pflanzen (ohne jeden Fisch) könnte es theoretisch noch zu Mängel bei den in noch viel geringeren Mengen vorkommenden Spurenelementen (Molybdän etc.) kommen, wenn diese weder im Wasserwechselwasser noch durch Fütterung zugeführt werden. In diesen seltenen Fällen muss man sich dann um aquariumgeeignete Spurenelementdünger umschauen und kommt bald zur Einsicht, daß dies ein Suchen ins Ungewisse ist, da keiner der Hersteller die Inhaltsstoffe auf Aquariendüngern genauer angibt (Doc Kremser hat z.B. eine vollständige Inhaltsangabe seiner Dünger) - was in Pflanzendüngern (Landpflanzen) selbstverständlich ist - nämlich die Angabe der Düngerstoffanteile - ist bei Aquariendüngern aus erklärlichen Gründen nicht vorhanden: nur so kann recht geheimnisvoll auf irgendwelche "Pflanzenwirkstoffe" hingewiesen werden und nur so kann man oft für ein paar Gramm Salzgemisch im Wert von vielleicht 1 Euro auch 10 Euro verlangen ... - davon handelt ja ein Großteil meiner Seiten - günstige Alternativen für spar- und bastelwillige Aquarianer...


Düngerkugeln für den Bodengrund:

Wenn man einen mageren Bodengrund hat (etwa nur gewaschener Kies) so ist das für einfachere Pflanzen - insbesondere solche, die fast alle Nährstoffe dem Wasser entnehmen (z.B.: Javafarn) ausreichend. Anspruchsvollere Pflanzen bedürfen auch Nährstoffe aus dem Boden. Zwar wird mit der Zeit durch Fütterung und Ansammlung von Mulm, dem Bodengrund etwas an Nährstoffen zugeführt, doch für sehr guten Pflanzenwuchs ist das oft zu wenig.

Lehm:

Man kann dem Bodengrund Lehm zugeben. Lehm als Gemisch von Ton und Sand, kann je nach Herkunft unterschiedliche Zusammensetzungen haben. Es können vorhanden sein: Kalium, Phosphat, Ammonium, organische Stoffe, Kalk usw.... Insbesondere Kalk sollte nicht enthalten sein - das kann man prüfen, indem man 1 Tropfen Salzsäure darauftropft - wenn es schäumt ist der Lehm ungeeignet. Je nach Konzentration der anderen Stoffe und der Herkunft des Lehms, kann also ein recht guter Erfolg als Bodenzugabe erreicht werden.

Ton:

Eine weitere Möglichkeit ist, Ton (Modellierton) mit den genau gewünschten Nährstoffen anzureichern und in den Bodengrund einzubringen. Dazu kann man den vorher gefertigten Flüssigdünger verwenden, der bei Komplettausführung die Inhaltsstoffe: Eisen, Mangan, Kalium und ganz wenig Ammonium und Chlorid sowie Sulfat enthält - wobei Eisen und Mangan in chelatierter Form vorliegen.

Herstellung der Tondüngerkugeln: Man besorgt sich Ton (man braucht an sich nur vielleicht ein viertel Kilo, selber habe ich im Geschäft für Bastelwaren nur 5 Kilo um etwa 6 Euro bekommen. Aus einem etwa halbfaustgroßen Stück rollt man auf einer abwaschbaren Unterlage eine "Wurst" von etwas über 1 Zentimeter Stärke und schneidet dann mit einem Messer lauter Stücke von 1 bis 2 Zentimeter herunter (zwischendurch immer mit Wasser befeuchten). Dann formt man die Stücke in der Hand einzeln zu kleinen Kugeln. In jede Kugel sticht man ein Loch, das etwa 2/3 der Kugel tief ist und etwa 5 bis 6 Millimeter Durchmesser hat. Ich habe dazu einen 5 Millimeter Imbusschlüssel genommen, es geht aber jeder andere Stab mit etwa der Dicke. Man muss zwischendurch immer befeuchten und vor dem Herausziehen etwas hin- und herbewegen, sodass der Stab wieder leicht herausgeht. Die Kugeln mit Loch werden jetzt getrocknet. Das kann man einfach an der Luft machen (dauert dann bis zum nächsten Tag) oder man legt sie unter eine 60 bis 100 Watt starke Glühbirne (eingeschaltet), die die Kugeln in etwa 1 Stunde durchtrocknet - auch das Backrohr mit Einstellung etwa 60 Grad sollte gehen.
Nach der Trocknung tropft man in jede Kugel genau 4 Tropfen des vorher gefertigten Düngers - dieser saugt sich von innen in den trockenen Ton der Tonkugel. Wenn der Dünger vollkommen aufgesaugt ist, wird die Öffnung in der Kugel noch mit Wasser feucht gemacht und mit ganz wenig frischem Ton und dem feuchten Finger intensiv verschlossen und verrieben. Das sollte man recht ausgiebig machen, dass bei der Trocknung des Verschlusses möglichst wenig Risse entstehen. Sollten doch zu vile Risse werden, dann feuchtet man nochmal an und verreibt nochmal etwas Ton mit dem Finger darauf.

Nach Trocknung kann man dann im Aquarium im Bereich der Wurzeln von anspruchsvollen Pflanzen ein oder zwei Düngekugeln in den Bodengrund drücken (mindestens 3 bis 4 Zentimeter tief), diese lösen sich dann ganz langsam auf und geben die Düngerstoffe langsam frei. Mehr als 5 Kugeln pro 100 Liter sollte man nicht verwenden - außerdem kann man dann die Flüssigdüngermenge reduzieren (halbieren).

Für alle in den Bodengrund eingebrachten Dünger gilt: schlecht möglich bei wühlenden Fischen oder bei Turmdeckelschnecken, weil der Dünger sonst ausgebuddelt wird.

Wichtig: bei allen Düngeranwendungen darf man auf den periodischen Wasserwechsel nicht vergessen.


Viel Erfolg - Anton Gabriel


Tipps 
 Dünger + Herstellung

 

 

 

 

 

 

 

 
... meine private Homepage gestaltet aus Freude an dem und zur Förderung dieses so faszinierenden Hobbys ! :-)